Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur ein Thema für große Konzerne. Auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) wird es immer wichtiger, sich mit Nachhaltigkeitsthemen auseinanderzusetzen. Der Druck steigt – nicht nur von Seiten der Gesetzgebung, sondern auch von Geschäftspartnern, Kunden und der Gesellschaft. Aber warum sollten sich gerade KMUs schon jetzt auf den Weg machen und sich mit Themen wie Nachhaltigkeitsberichterstattung und Biodiversität beschäftigen? Hier ein Überblick, warum es sich lohnt, frühzeitig aktiv zu werden.
Nachhaltigkeit in Unternehmen bedeutet ein tiefgreifender Wandel, der das Geschäftsmodell, die Unternehmenskultur und die Beziehungen zu allen Stakeholdern transformieren kann. In diesem Beitrag zeige ich auf, warum es sich bei den kommenden Berichtspflichten der Nachhaltigkeit nicht um eine Ökopeitsche oder einfach eine weitere gefühlt unnötige Bürokratielast für Unternehmende handelt, sondern um eine echte Chance, sich agiler, resillienter und zukunftsfähiger aufzustellen. Aber warum sollten Unternehmen jetzt aktiv werden und was hat das alles mit Biodiversität zu tun? Hier sind die wichtigsten Punkte.
Nachhaltigkeit: eine Chance für KMUs
Nachhaltigkeit bedeutet, Geschäftsentscheidungen so zu treffen, dass nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt werden und Unternehmen langfristig, flexibel und widerstandsfähig am Markt bestehen können. Für KMUs kann dies eine große Chance sein, sich von der Konkurrenz abzuheben und eine stärkere Bindung zu Kunden und Partnern aufzubauen. Unternehmen, die heute schon proaktiv handeln, positionieren sich als zukunftsfähig und resilient – Eigenschaften, die in unsicheren Zeiten wichtiger denn je werden.
Was kommt auf KMUs zu? – Die neuen Berichtspflichten
Auch wenn für die meisten KMUs momentan noch keine gesetzliche Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung besteht, könnten die Anforderungen der neuen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU bald Auswirkungen haben. Unternehmen, die mit großen, berichtspflichtigen Unternehmen zusammenarbeiten, werden zunehmend aufgefordert, ihre Nachhaltigkeitspraktiken offenzulegen. Es ist also sinnvoll, sich frühzeitig auf diese Anforderungen vorzubereiten.
Ab 2026 müssen Unternehmen berichten, wenn sie bestimmte Schwellenwerte in Bezug auf Bilanzsumme, Umsatzerlöse oder Mitarbeiterzahl überschreiten. Das bedeutet, dass auch viele KMUs künftig betroffen sein könnten. Aktuell gelten folgende Schwellenwerte:
Unternehmen sind aktuell berichtspflichtig, wenn sie mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllen:
- Mehr als 250 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
- Eine Bilanzsumme von mehr als 20 Millionen Euro
- Einen Nettoumsatz von mehr als 40 Millionen Euro
Ab 2025 muss nur noch eines der genannten Kriterien erfüllt sein, um Berichtspflichtig zu werden.
Doch selbst wenn die Berichtspflicht (noch) nicht direkt zutrifft, gibt es viele gute Gründe und Vorteile, sich jetzt schon damit zu beschäftigen.
Warum Nachhaltigkeitsberichte für KMUs sinnvoll sind
Es mag auf den ersten Blick nach zusätzlicher Arbeit klingen, aber die Erarbeitung eines Nachhaltigkeitsberichts kann für KMUs einen echten Mehrwert bieten. Berichte und Zertifizierungen sind weit mehr als ein bürokratischer Aufwand – sie sind ein mächtiges Werkzeug für das Risikomanagement und die strategische Planung. Ein gut erarbeiteter Bericht hilft dabei, Risiken zu identifizieren und gezielt zu minimieren. Zudem bieten diese Prozesse eine hervorragende Grundlage für die eigene Kommunikationsarbeit und stärken die Position gegenüber Kunden, Partnern und Investoren.
Erfahre mehr darüber hier im Beitrag „7 Risiken für KMU Unternehmen“.
Fazit: Jetzt den ersten Schritt machen!
Für KMUs gibt es aktuell noch keine feste Verpflichtung zur Berichterstattung. Aber: Wer frühzeitig damit beginnt, kann langfristig profitieren. Nachhaltigkeitsberichte helfen dabei, sich als verantwortungsbewusstes und zukunftsorientiertes Unternehmen zu positionieren. Sie stärken das Vertrauen der Stakeholder, fördern das Innovationspotenzial und können sogar helfen, Kosten zu sparen – etwa durch eine höhere Energieeffizienz oder den Zugang zu grünen Finanzierungen.
In der Blogserie „Nachhaltigkeit to go“ findest du konkrete Praxisbeispiele wie ihr in allen Bereichen des Unternehmens nachhaltiger werden könnt. Zum ersten Beitrag zum Thema „Nachhaltige Betriebsordnung für ein starkes Miteinander“ geht es hier.
Hi, ich bin Sarah – Unternehmerin, Coach und Biodiversitäts-Enthusiastin aus Berlin. Seit über 10 Jahren entwickle ich ein nachhaltiges Bildungs- und Veranstaltungszentrum, engagiere mich für mehr Biodiversität in der Stadtnatur und begleite Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Hier teile ich Praxistipps, Erfahrungen und Good Practice Beispiele rund um nachhaltige Unternehmensentwicklung und Förderung der Biodiversität.


