Wassermanagement Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit To Go: cleveres Wassermanagement senkt Kosten & schont Ressourcen

Blog für praxisorientiertes Wissen und Erfahrungen zur Förderung von mehr Nachhaltigkeit in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU).


In der Blogserie „Nachhaltigkeit To Go“ erhältst Du praxisorientierte Tipps und Strategien, um nachhaltige Maßnahmen erfolgreich in Deinem Unternehmen umzusetzen. Jeder Beitrag bietet leicht verständliche Anleitungen, konkrete Beispiele und hilfreiche Vorlagen, die nicht nur helfen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sondern auch die gesetzlichen Berichtspflichten effizient zu erfüllen und gleichzeitig Eure Unternehmenskultur zu stärken.

Einführung

Wasser ist eine der wertvollsten Ressourcen unseres Planeten und ein entscheidender Faktor für das langfristige Überleben von Ökosystemen. Gleichzeitig stellt Wasser einen Kostenpunkt in Unternehmen dar, insbesondere in Branchen mit hohem Verbrauch wie der Produktion, Gastronomie oder Hotellerie. Wassermanagement, d.h. ein bewusster und sparsamer Umgang mit Wasser hilft, die Betriebskosten spürbar zu reduzieren, indem beispielsweise Abwassergebühren gesenkt und der Energieaufwand für die Aufbereitung und den Transport von Wasser verringert wird. Darüber hinaus trägt effizientes Wassermanagement aktiv dazu bei, natürliche Ressourcen zu schützen und die Umweltbelastung deutlich zu senken. Damit bildet ein durchdachtes Wassermanagement auch einen essenziellen Baustein in der nachhaltigen Unternehmensführung und stärkt gleichzeitig die betriebliche Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Zahlen & Fakten rund ums Wassersparen

Laut Statistischem Bundesamt verbrauchten Unternehmen allein in Deutschland im Jahr 2022 rund 13 Milliarden Kubikmeter Wasser (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/02/PD25_068_32311.html). Experten schätzen, dass durch einfache und kostengünstige Maßnahmen der Wasserverbrauch in vielen Unternehmen erheblich reduziert werden kann, wobei das Potenzial je nach Branche und Unternehmen unterschiedlich hoch sein kann. Es wird vermutet, dass viele Unternehmen ihren tatsächlichen Wasserverbrauch unterschätzen und somit wertvolles Einsparpotenzial ungenutzt lassen.

Warum Wassermanagement für KMU Unternehmen wichtig ist

Hoher Wasserverbrauch führt nicht nur zu unnötig hohen Betriebskosten, sondern auch zu einer schlechteren Umweltbilanz. Dies kann langfristig das Unternehmensimage schädigen und Risiken in Bezug auf zukünftige Regulierungen erhöhen. Daher ist es für Unternehmen wichtig, Wasser bewusst einzusetzen und nachhaltige Strukturen zu schaffen.

Vorteile für Unternehmen

  • Kosteneinsparungen: Senkung der Wasserkosten und Abwassergebühren.
  • Verbesserte Ökobilanz: Weniger Eingriffe in natürliche Wasserkreisläufe, geringerer Energieverbrauch durch reduzierte Wasseraufbereitung.
  • Positives Unternehmensimage: Erhöhte Glaubwürdigkeit und Attraktivität für umweltbewusste Kund:innen und Partner:innen.

Vorteile für Mitarbeitende

  • Erhöhtes Umweltbewusstsein: Schärfung des Bewusstseins für nachhaltiges Verhalten im Arbeits- und Privatleben.
  • Verbesserter Arbeitsplatzkomfort: Durch moderne und wassersparende Sanitäranlagen.

Praxisbeispiele für erste Maßnahmen

1. DIY-Lösung: PET-Flasche im Spülkasten

  • Maßnahme: Sofern möglich und zugänglich: Platziere eine gefüllte PET-Flasche im Spülkasten der Toilette.
  • Vorteil: Die PET-Flasche im Spülkasten reduziert das Wasservolumen pro Spülung, indem sie als Verdrängungskörper den Platz einnimmt, der sonst von Wasser gefüllt wäre. Dadurch wird weniger Wasser bei jeder Spülung verbraucht, ohne dass die Effektivität der Spülung beeinträchtigt wird.

2. Wassersparende Armaturen & Perlatoren

3. Leckagen frühzeitig entdecken und beheben

  • Maßnahme: Regelmäßige Kontrollen auf undichte Armaturen und Leitungen.
  • Vorteil: Ein undichter Wasserhahn, der lediglich einmal pro Sekunde tropft, kann zu einem Wasserverlust von ca. 1.500 Litern pro Jahr führen. Dieser erhebliche Verlust belastet nicht nur unnötig das Wassermanagement des Unternehmens, sondern erhöht auch die Wasserkosten und die Gebühren für Abwasser. Regelmäßige Kontrollen und schnelle Reparaturen sparen deshalb Ressourcen und reduzieren effektiv Betriebskosten. Quelle: Umweltberatung (https://www.umweltberatung.at/downloads/wasser_sparen_bringts_deutsch-1605-umweltberatung.pdf).

4. Effizientere Produktions- und Reinigungsprozesse

  • Maßnahme: Nutzung von Regen- oder Grauwasser.
  • Vorteil: Durch die Nutzung von Regen- oder Grauwasser anstelle von Trinkwasser für Produktions- und Reinigungsprozesse wird der Verbrauch von Frischwasser deutlich reduziert. Dies führt zu einer spürbaren Senkung der Wasserkosten und verringert zudem den Bedarf an aufbereitetem Trinkwasser, was wiederum die Umwelt durch geringeren Energie- und Chemikalieneinsatz bei der Wasseraufbereitung schont.

5. Bewusstsein fördern und Maßnahmen kommunizieren

  • Maßnahme: Regelmäßige Mitarbeitendenschulungen und einfache Kommunikationsmaßnahmen.
  • Vorteil: Ein deutlich reduzierter Wasserverbrauch lässt sich durch angepasstes Verhalten der Mitarbeitenden erzielen. Praktische Maßnahmen sind beispielsweise gut sichtbare Hinweise an Wasserhähnen und Spülkästen, die daran erinnern, den Wasserfluss beim Einseifen der Hände zu stoppen.

Schritt-für-Schritt Anleitung effizientes Wassermanagement

  1. Wasserverbrauch analysieren: Erfasse Deinen aktuellen Wasserverbrauch detailliert über mindestens 24 Stunden. Für eine noch präzisere Verbrauchsermittlung kannst Du zusätzlich Zwischenzähler an relevanten Wasserleitungen installieren. Diese ermöglichen eine genaue Verbrauchsmessung einzelner Bereiche oder Anlagen und helfen, gezielte Einsparmaßnahmen abzuleiten.
  2. Klare Ziele setzen: Definiere konkrete Einsparziele und nutze die detaillierten Messergebnisse, um weitere Einsparpotenziale zu entdecken und gezielt zu erschließen.
  3. Maßnahmen auswählen: Priorisiere Maßnahmen passend zur Unternehmensgröße und zu verfügbaren Ressourcen.
  4. Verantwortlichkeiten klären: Lege Zuständigkeiten für das Wassermanagement eindeutig fest und formuliere konkrete, messbare Maßnahmen mit festgelegten Zeiträumen (z.B. „Vierteljährliche Kontrolle aller Wasserleitungen und Armaturen zur Identifikation und Reparatur von Leckagen“).
  5. Kommunikation und Schulung: Informiere und sensibilisiere Dein Team aktiv. Platziere gut sichtbare Hinweise an Toiletten, Spülkästen und Wasserhähnen, um an Wassersparmaßnahmen (z. B. Wasser beim Einseifen abstellen oder kleine Spültaste verwenden) zu erinnern. Führe zudem regelmäßige Mitarbeiterschulungen durch, um das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser weiter zu fördern.
  6. Maßnahmen regelmäßig prüfen: Führe kontinuierlich Erfolgskontrollen durch und passe Maßnahmen an. Überprüfe dafür den Wasserverbrauch regelmäßig mehrfach im Jahr über einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden, um Veränderungen zeitnah zu erkennen, gezielt zu reagieren und dabei konkret Verbraucher oder Bereiche mit besonders hohem Verbrauch zu identifizieren.
  7. Fortschritt dokumentieren: Halte erzielte Einsparungen und durchgeführte Maßnahmen schriftlich fest, um den Fortschritt der Maßnahmen transparent zu dokumentieren, Erfolge sichtbar zu machen und Anpassungen einfacher umzusetzen. Diese Dokumentation hilft dir außerdem, konkrete Nachweise für Nachhaltigkeitsberichte oder Zertifizierungen zu erbringen.

Tipp für Berichtspflichten

Dokumentiere konkrete Wassersparmaßnahmen und erreichte Einsparungen klar und strukturiert, um diese gezielt für Deine Nachhaltigkeitsberichterstattung (z.B. nach der CSRD, VSME oder im Rahmen des DNK – Deutscher Nachhaltigkeitskodex) sowie für Nachhaltigkeits-Zertifizierungen nutzen zu können. Dadurch machst Du Dein Engagement sichtbar, nachvollziehbar und belegbar.

Persönliche Erfahrungen

Im Jahr 2022 haben wir bei uns im Betrieb erstmals den Verbrauch genau erfasst und analysiert. Besonders interessant war die Erkenntnis, das speziell die Toilettenanlage mit Abstand das meiste Wasser verbraucht und der Verbrauch zudem auch stark von Gästen und ihrem Verhalten abhängig ist. Daher haben wir die Toilettenanlage inkl. Waschbecken priorisiert und erste konkrete Maßnahmen umgesetzt. Darunter viel die Installation von Perlatoren an allen Wasserhähnen im Betrieb und der Einsatz von Volumenverdrängern (volle PET-Flaschen) in den Spülkästen. Außerdem haben wir eine Wassertanke installiert und nutzen Regenwasser für das Gießen der Gärten: https://nirgendwo-berlin.de/wassertanke/
Aktuell haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Möglichkeiten einer Grauwassernutzung für die Toilettenspülung zu prüfen, um unseren Verbrauch von Frischwasser weiter zu reduzieren. Diese Maßnahmen sind Teil unseres kontinuierlichen Engagements für mehr Nachhaltigkeit und geringere Umweltbelastungen.

Ähnlich einfach und kostengünstig lassen sich auch Energiekosten senken. Schau hierzu auch gerne hier im Blogbeitrag vorbei: https://www.sarahnock.de/nachhaltigkeit-to-go-stromkosten-senken/

Fazit

Erste Maßnahmen wie das Installieren von Perlatoren, regelmäßige Kontrollen auf Leckagen oder einfache Hinweise zum Wassersparen an Wasserhähnen und Toiletten sind besonders einfach und kostengünstig umzusetzen und können schnell zu spürbaren Ergebnissen führen. Mit den genannten Wassersparmaßnahmen lassen sich Kosten schnell senken, die betriebliche Resilienz stärken und die Ökobilanz Deines Unternehmens verbessern.


Rückfragen & Unterstützung

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hallo (ät) sarahnock (punkt) de
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