Blog für praxisorientiertes Wissen und Erfahrungen zur Förderung von mehr Nachhaltigkeit in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU).
In der Blogserie „Nachhaltigkeit To Go“ erhältst Du praxisorientierte Tipps und Strategien, um nachhaltige Maßnahmen erfolgreich in Deinem Unternehmen umzusetzen. Jeder Beitrag bietet leicht verständliche Anleitungen, konkrete Beispiele und hilfreiche Vorlagen, die nicht nur helfen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sondern auch die gesetzlichen Berichtspflichten effizient zu erfüllen und gleichzeitig Eure Unternehmenskultur zu stärken.
Einführung
Stromkosten gehören zu den laufenden Ausgaben, die Unternehmen oft unterschätzen. Eine zielgerichtete Strategie zur Reduzierung des Energieverbrauchs kann nicht nur erhebliche Kosten sparen, sondern auch zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks beitragen. In diesem Beitrag erfährst Du, wie Energieeinsparungsmaßnahmen nicht nur die Betriebskosten senken und damit zur wirtschaftlichen Resilienz beitragen, sondern auch die Umweltbilanz Deines Unternehmens verbessern können.
Warum ist Energieeffizienz wichtig?
Energieeffizienz bedeutet, mit weniger Energie dasselbe Ergebnis zu erzielen. Unternehmen können durch den effizienten Einsatz von Strom ihre Betriebskosten senken und gleichzeitig Ressourcen schonen. Eine bewusste Reduzierung des Energieverbrauchs hilft nicht nur dem Unternehmen, sondern trägt auch zur Bewältigung der globalen Klimakrise bei.
Vorteile der Energieeinsparung für Unternehmen
- Kostenersparnis: Weniger Energieverbrauch bedeutet direkt niedrigere Energiekosten.
- Positive Außenwirkung: Unternehmen, die ressourcenschonend wirtschaften, wirken nachhaltig und zukunftsorientiert.
- Verbesserung der CO₂-Bilanz: Jede eingesparte Kilowattstunde Strom reduziert den CO₂-Ausstoß und hilft, die Klimaziele zu erreichen. Dies zeigt Kunden, Partnern und Investoren, dass das Unternehmen aktiv zum Klimaschutz beiträgt.
- Wettbewerbsvorteil: Energieeffizienzmaßnahmen tragen zu einer besseren Positionierung auf dem Markt bei, da Verbraucher und Partner zunehmend nachhaltig agierende Unternehmen bevorzugen.
- Wirtschaftliche Resilienz: Unternehmen, die weniger abhängig von externen Energiequellen sind, können besser auf Preissteigerungen und Energieknappheit reagieren.
Vorteile für Mitarbeitende
- Bewusstsein und Verantwortungsgefühl: Durch die aktive Einbindung in Energiesparmaßnahmen steigt das Umweltbewusstsein der Mitarbeitenden.
- Zufriedenheit und Motivation: Mitarbeitende fühlen sich als Teil eines Unternehmens das Verantwortung übernimmt.
- Flexibilität und Arbeitsplatzkomfort: Durch Maßnahmen, wie optimierte Beleuchtung (z. B. energieeffiziente und augenschonendere Beleuchtung) und automatisierte Temperaturregulierung wird das Arbeitsumfeld verbessert.
Beispiele für praktische Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs & der Kosten
1. Energieeffiziente Beleuchtung:
- Maßnahme: Austausch herkömmlicher Glühbirnen und Leuchtmittel gegen LED-Leuchten.
- Vorteil für das Unternehmen: Deutliche Reduzierung des Stromverbrauchs durch längere Lebensdauer und geringere Energiekosten.
- Vorteil für Mitarbeitende: Besseres, augenfreundliches Licht sorgt für ein angenehmes Arbeitsumfeld und wirkt dank reduziertem Flackern und Blenden weniger ermüdent und reduziert Unfallrisiken. Mehr dazu hier: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
2. Betriebsausrüstung effizient nutzen:
- Maßnahme: Abschalten aller Geräte nach Betriebsschluss und Einsatz von Zeitschaltuhren.
- Vorteil für das Unternehmen: Dank weniger Verbrauch (z.B. Standby-Modus von Geräten) und Verschleiß (z.B. Belastung durch Überhitzung) Kosten einsparen.
- Vorteil für Mitarbeitende: Mitarbeitende übernehmen Verantwortung und fördern so das Energiesparbewusstsein.
3. Optimierte Raumtemperatur und Heizungssteuerung:
- Maßnahme: Umweltfreundliche (automatisierte) Temperatureinstellungen für Heizung und Klimaanlage einführen und dadurch Verbrauch reduzieren. Betrifft elektrisches Heizen (Nachtspeicheröfen, Infrarotheizung und Wärmepumpen) oder Kühlen (Klimaanlage). Temperatur-Empfehlung Winter: 20-21° (starkes Heizen vermeiden). Empfehlung für Sommer: 24-26° (starkes Kühlen vermeiden).
- Vorteil für das Unternehmen: Jedes Grad unterschied kann mit ca. 6% Kostenunterschied angesetzt werden. Quelle: Webseite Bundesregierung oder Webseite Ökotest inklusive Formel
- Vorteil für Mitarbeitende: Angenehmes Arbeitsklima durch konstante Raumtemperaturen.
4. Einsatz von Energiemanagementsystemen:
- Maßnahme: Einführung eines Systems zur Überwachung und Analyse des Energieverbrauchs.
- Vorteil für das Unternehmen: Genaue Identifikation von Einsparpotenzialen und Steigerung der Effizienz.
- Vorteil für Mitarbeitende: Einbindung in die Planung fördert Transparenz und Vertrauen. Erkenntnisse können auch ins Privatleben übertragen werden und hier ebenfalls Sparpotentiale für Mitarbeitende in der eigenen Wohnung aufzeigen.
Schritt-für-Schritt Anleitung zur Implementierung eines Energiesparplans
- Bedarfsermittlung und Ziele setzen: Beginne mit einer Analyse des aktuellen Stromverbrauchs, um Einsparpotenziale zu identifizieren. Die meisten Geräte haben ein Typenschild, das auch den Verbrauch angibt. Tipp: messe den Verbrauch einzelner Geräte direkt selbst z.B. mit einem Stromverbrauchszähler wie diesen hier (Affiliatelink). Einfach in die Steckdose vor das Gerät zwischen schalten und Verbrauch ablesen.
- Definiere konkrete Einsparziele.
- Maßnahmen definieren: Wähle geeignete Maßnahmen, die am besten zu Deinem Unternehmen passen, wie etwa LED-Beleuchtung oder Zeitschaltuhren.
- Verantwortlichkeiten festlegen: Benenne Energieverantwortliche oder erstelle ein Team, das die Umsetzung und Kontrolle übernimmt.
- Kommunikation und Schulung: Informiere alle Mitarbeitenden über die geplanten Maßnahmen und schule sie in Energieeffizienz bzw. Energieeinspartechniken.
- Kontinuierliche Überprüfung: Analysiere regelmäßig die Einsparungen und passe Maßnahmen bei Bedarf an.
- Fortschritt dokumentieren: halte Ziele und Maßnahmen fest, dokumentiere die umgesetzte Maßnahmen und erreichte Ergebnisse bzw. Ziele.
Tipp für Berichtspflicht
Maßnahmen zur Energieeinsparung können in der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD und anderen Berichtsformaten und Zertifikaten dokumentiert werden, um das Engagement des Unternehmens für Umwelt- und Ressourcenschonung zu belegen. Die genaue Dokumentation der Energiesparmaßnahmen verbessert die Transparenz und unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Unternehmensstrategie.
Meine persönliche Erfahrung mit Stromverbrauch reduzieren
Wir haben bei uns im Januar während der Betriebsferien erstmal unseren Grundverbrauch Strom ohne Betrieb (also minimaler Grundverbrauch außerhalb Betriebszeiten wie z.B. nachts) für 24 Stunden gemessen (z.B. Sicherheitsbeleuchtung). Anschließend haben wir genau recherchiert welches Gerät wie viel Strom verbraucht. Dazu haben wir auch den Stromzähler genutzt und uns durch alle Geräte und Sicherungen durchgearbeitet, bis wir bei 0 Verbrauch auf dem Zähler ankamen. Der Vorgang hat bei uns auf ca. 500qm zwei Mitarbeitende beschäftigt und einige Tage gedauert.
Es war garnicht so einfach alle Geräte zu finden, die Strom verbrauchten und es gab einige üble Überraschungen. Wir hatten irgendwo noch alte Lichtschläuche verbastelt, die nachts angingen und auch das ein oder andere alte Leuchtmittel (Röhre), die unbemerkt unglaublich viel Strom gefressen hatten. Auch alte Kühlgeräte lagen besonders hoch im Verbrauch.
Wir konnten dank der Messungen und Identifizierung der Übeltäter, klare Maßnahmen ergreifen. Durch den Austausch bzw. das Entfernen alter Stromfresser, konnten wir unseren Verbrauch über 40% senken!
Das sind enorme Einsparungen bei den Stromkosten gewesen und wir ärgern uns immer noch ein wenig, diese Analyse und Messungen nicht schon viel früher gemacht zu haben.
Fazit
Gezielte Maßnahmen zur Stromkostensenkung bieten Unternehmen die Möglichkeit, Betriebskosten zu reduzieren und gleichzeitig den Arbeitsplatz der Mitarbeitenden angenehmer und augenschonender zu gestalten. Nutzt die Vorteile eines energieeffizienten Betriebs für ein nachhaltigeres und wirtschaftlich resilienteres Unternehmen!
Hi, ich bin Sarah – Unternehmerin, Coach und Biodiversitäts-Enthusiastin aus Berlin. Seit über 10 Jahren entwickle ich ein nachhaltiges Bildungs- und Veranstaltungszentrum, engagiere mich für mehr Biodiversität in der Stadtnatur und begleite Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Hier teile ich Praxistipps, Erfahrungen und Good Practice Beispiele rund um nachhaltige Unternehmensentwicklung und Förderung der Biodiversität.


